SG Dynamo Dresden

Aus DSC-Archiv.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SG Dynamo Dresden
Vereinslogo der SG Dynamo Dresden von 1968 bis 1990 und seit 2011
Name Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V.
Vereinsfarben Schwarz-Gelb
Gegründet 12. April 1953 bzw. 1. Juli 2007
(Dresdner Polizei-Schwimmverein: 1929)
Sportstätte Rudolf-Harbig-Stadion
Homepage www.dynamo-dresden.de
Vorgänger und Nachfolger
SV Deutsche Volkspolizei Dresden (1953)
SC DHfK Leipzig (Leistungsfußball, 1955)
Dresdner FV Dynamo (1966)
1. FC Dynamo Dresden (2007)
SC Dynamo Berlin (Leistungsfußball, 1954)
SG Dynamo Dresden-Nord (195?)
SG Dynamo Dresden-Mitte (196?)
SG Dynamo Dresden-Nordwest (196?)
SG Dynamo Zentral Dresden (196?)
Dresdner FV Dynamo (1966)
SG Dynamo Elbe Dresden (1966)
SG Dynamo Heide Dresden (1969)
1. FC Dynamo Dresden (1990)

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V. (kurz SG Dynamo Dresden oder SGD genannt) ist ein Sportverein aus dem Dresdner Stadtteil Seevorstadt-Ost, in dem heute ausschließlich die Sportart Fußball betrieben wird.

Der Verein war bis 1990 stets eine Sportgemeinschaft der Landespolizei Sachsen, später der Ordnungspolizei im Dritten Reich bzw. der Deutschen Volkspolizei der DDR. Zwischen 1953 und 1989, als die SGD der Sportvereinigung Dynamo unterstand, war man ebenso eine Sportgemeinschaft des Ministeriums für Staatssicherheit und der Zollverwaltung der DDR.

Vereinsgeschichte

Gegründet wurde der Verein 1929 als Dresdner Polizei-Schwimmverein. Zunächst wurde nur die Sportart Schwimmen betrieben. Nach einer Erweiterung der sportlichen Vereinsaktivitäten erfolgte 1932 die Umbenennung in Polizei-Sportverein Dresden. 1942 musste sich der Verein in SG Ordnungspolizei Dresden umbenennen. Die Fußballmannschaft der SG OrPo, wie der Verein abgekürzt genannt wurde, war neben den Polizeiangehörigen nun auch offen für Angehörige der Schutzstaffel (SS). 1945 wurde der Verein verboten und am 24. Oktober 1946 schließlich aus dem Vereinsregister gelöscht. Als Nachfolger entstand zum 1. Oktober 1948 die SV Deutsche Volkspolizei Dresden, die am 12. April 1953 in SG Dynamo Dresden umbenannt wurde. In der Anfangszeit war die SGD ein Mehrspartenclub. Nach der Ausgliederung anderer Sportarten in weitere Sportgemeinschaften mit dem Namensbestandteil SG Dynamo DresdenElbe, Heide, Mitte, Nord, Nordwest und Zentral – war die SGD ab den 1960er Jahren ein reiner Fußballclub. Dieser sollte zunächst anders heißen: Die Dresdner Fußballvereinigung Dynamo wurde am 13. Januar 1966 als Nachfolger der SGD gegründet. Da der Beschluss zur Umbenennung von der Sportvereinigung Dynamo jedoch nicht bestätigt wurde, spielte der Club als SG Dynamo Dresden weiter. Ab dem 1. Juni 1990 hieß der Verein 1. FC Dynamo Dresden, seit dem 1. Juli 2007 wieder SG Dynamo Dresden.

Vereinslogo von 2007 bis 2011
Logo von 1953 bis 1968

Fußball

Bereits in den 1930er Jahren wurde im damaligen Polizei-SV Dresden und später in der SG Ordnungspolizei Dresden (ab 1942) und in der SV Deutsche Volkspolizei Dresden (ab 1948) Fußball gespielt.

Im April 1950 wurde der DDR-Vizemeister SG Friedrichstadt verboten. Da der Aufstieg der SG Mickten in die DS-Oberliga zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war und Dresden nach dem Willen der politischen Machthaber einen Erstligisten haben sollte, wurde im Juni 1950 per Dekret die damals in der 1. Kreisklasse Dresden (5. Liga) spielende SV Deutsche Volkspolizei Dresden ins Oberhaus befördert. Zu diesem Zweck wurden am 28. Juli 1950 17 Spieler aus elf Städten nach Dresden delegiert.

Im Dezember 1965 wurde die Herauslösung der Sektion Fußball aus dem SC Einheit Dresden in eine Betriebssportgemeinschaft namens FSV Lokomotive Dresden beschlossen. Im Gegensatz zu anderen DDR-Städten kam es dabei nicht zur Bildung eines Fußballclubs. Die DDR-Führung hatte Angst, ein 1. FC Dresden, gegründet als Fusion der Fußballer von SC Einheit und SG Dynamo, könnte mit dem von ihnen verhassten Dresdner SC in Verbindung gebracht werden. Ebenso war Stasi-Minister Erich Mielke nicht bereit, seine Dynamo-Mannschaft in Dresden aufzugeben. Die geheimen Fusionspläne wanderten wieder in die Schublade.

Zweieinhalb Jahre später erklärte der DTSB-Bezirksvorstand auf Anordnung der SED-Bezirksleitung Dresden die SG Dynamo Dresden am 28. Juli 1968 zum Fußball-Leistungszentrum des Bezirkes Dresden. Dadurch war die FSV Lokomotive Dresden offiziell dazu verpflichtet, fortan sämtliche Talente an die SG Dynamo Dresden abzuführen. Werner Krolikowski, Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden, bevorzugte eigentlich den zivilen Vertreter FSV Lokomotive Dresden, was die Bezirksleitung auch dem FSV-Leiter Herbert Haufe mitteilte. Auch das Ministerium für Verkehrswesen war bereit, neben dem 1. FC Lokomotive Leipzig eine zweite DDR-Oberliga-Mannschaft zu finanzieren. In einem internen Machtkampf der Politbonzen setzte sich am Ende jedoch Erich Mielke mit seiner Stasi-Mannschaft SG Dynamo Dresden durch. Dynamo-Clubchef wurde der ehemalige FSV-Geschäftsführer Wolfgang Hänel. Als erster FSVer musste Stürmer Eduard Geyer zur SGD wechseln. Bedingt durch diesen abermaligen politischen Eingriff entwickelte sich die SG Dynamo Dresden bis zur politischen Wende zu einer der erfolgreichsten Fußballmannschaften der DDR.

Von den Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Bevorteilung profitierte der Verein noch im wiedervereinigten Deutschland, als der neue 1. FC Dynamo Dresden 1991 in die Bundesliga aufgenommen wurde. In der höchsten Spielklasse des gesamtdeutschen Fußballs konnte sich der Verein noch vier Spielzeiten bis 1995 halten. Bedeutsame Erfolge, außer drei Aufstiegen in die 2. Bundesliga 2004, 2011 und 2016, konnten bis heute nicht mehr errungen werden.

Erfolge

  • DDR-Meister 1953, 1971, 1973, 1976, 1977, 1978, 1989, 1990
  • DDR-Pokalsieger 1952 (als SV Deutsche Volkspolizei Dresden), 1971, 1977, 1982, 1984, 1985, 1990
  • Halbfinalist im UEFA-Pokal 1989
  • Viertelfinalist im Europapokal der Landesmeister 1977, 1979, 1991 (als 1. FC Dynamo Dresden)
  • Viertelfinalist im Europapokal der Pokalsieger 1985, 1986
  • Viertelfinalist im UEFA-Pokal 1973, 1976

Fußballspiele gegen den DSC

3. Mannschaft

A-Junioren