Dresdner SpVgg – DSC (28.10.1923): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Dresdner SpVgg – Dresdner SC 0:1 (0:0) | ||
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| + | Sonntag, 28. Oktober 1923, 14:00 Uhr | ||
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| + | 9. Spieltag 1a-Klasse Ostsachsen 1923/1924 | ||
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| + | Schiedsrichter: Kühnel (Brandenburg) | ||
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| + | Dresdner SpVgg: Wellner - Kühnel, Dietze - Podlesny, Schubert I, Hofer - Rötschke, Biewusch, Rothe, Kaden, Schubert II | ||
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| + | Dresdner SC: Godörkiewicz - Marx, Herzog - Seewald, Köhler, Berthold - Schrempel, Oschatz, Mantel, Kratzsch, Heinemann | ||
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| + | Zuschauer: 3.000 | ||
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| + | Vor knapp 3.000 Zuschauern lieferten beide Mannschaften ein recht nettes Spiel, das zwar etwas temperamentvoll, aber trotzdem noch in anständiger Weise durchgeführt wurde, wozu nicht zuletzt der gute Schiedsrichter Kühnel (Brandenburg), mit dem zwar ein Teil der Zuschauer (sprich: Vereinsfanatiker) zuweilen nicht immer konform ging, beitrug. Während der DSC in stärkster Aufstellung - sogar durch den Rheinländer Mantel nicht unwesentlich verbessert - antrat, vermisste man bei den Platzbesitzern den verletzten Mehnert. | ||
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| + | Trotz des orkanartigen Windes in der ersten Halbzeit, den die Spielvereinigung zum Bundesgenossen hatte, konnten sie diesen Vorteil dennoch nicht ausnutzen, obgleich dies allgemein erwartet wurde. Im Gegenteil, die Weinroten vermochten das Spiel während der ersten Halbzeit trotz dieses Handicaps nicht nur durch offenes Spiel auszugleichen, sondern waren zeitweise sogar überlegen. Erst gegen Schluss der ersten 45 Minuten tauten die Veilchen wieder etwas auf, vermochten die gute DSC-Hintermannschaft, in welcher sich der Torwächter trotz zeitweiser Unsicherheit und Nervosität glücklich aus der Affäre zog, nicht zu überwinden, sodass mit einem dem Spielverlauf nach verdienten 0:0-Resultat die Seiten gewechselt wurden. | ||
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| + | Wenn nachdem auch der größte Teil der Zuschauer mit einem sicheren Siege des DSC rechnete, so sah man sich trotzdem in dieser Meinung getäuscht, denn die beiderseitige Umstellung der Mannschaft nach der Halbzeit brachte den Veilchen entschieden etwas mehr vom Spiel. Erst im letzten Drittel konnte der DSC mit recht viel Glück im Anschluss an einen Eckball durch Oschatz das einzige Tor des Tages erzielen, das der Torwächter des Platzbesitzers, trotzdem er sich richtig platzierte, nicht zu meistern vermochte. Trotz aller Anstrengung der Naußlitzer war ihnen der mehr als verdiente Ausgleich nicht vergönnt, da zu wenig und zu ungenau geschossen wurde. | ||
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| + | Die glücklichere Partei hat das Spiel zu ihren Gunsten entschieden, zeigte aber nach den weniger guten Leistungen der Vorsonntage ein wesentlich besseres Spiel. Der beste Mann des Siegers war Oschatz, der ausgerechnet an seinem heutigen Verlobungstage und ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein ein Spiel zeigte, das an seine besten Zeiten erinnerte. Er bildete neben dem linken Flügelstürmer Schrempel, der sich endlich auch einmal wieder von seiner besten Seite zeigte, entschieden die gefährlichere Sturmseite als der etwas versagende rechte Flügel, auf welchem Heinemann wegen seiner Unbeholfenheit weniger angenehm auffiel. In der Halfreihe erfüllte Seewald schließlich nicht alle Erwartungen, während Köhler und Berthold die von ihnen gewohnte gute Spielweise erneut unter Beweis stellten. Die Hintermannschaft konnte bis auf einige Schnitzer bei Anfang des Spiel ebenfalls gefallen. | ||
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| + | Die Veilchen kämpften auch heute wieder recht unglücklich. Sie hätten mindestens ein unentschiedenes Resultat verdient. Ihren besten Mann hatten sie, wie gewöhnlich, in Schubert I, dem die zeitweise Überlegenheit in der zweiten Halbzeit größtenteils zu verdanken war. Kaden zeigte heute auch im Gegensatz zu seinen letzten Spielen eine bessere Form, zögerte aber nach wie vor noch mit dem alles krönenden Torschuss. Hätten die Naußlitzer in der ersten Halbzeit etwas glücklicher gespielt und mehr Torschüsse riskiert, so wäre das Resultat vielleicht ein anderes geworden. Die beiden Außenhalfs waren heute auch nicht in gerade blendender Verfassung, ein Tadel, den man schließlich auch dem rechten Flügelstürmer Schubert II, der in den letzten Spielen merklich abbaute, nicht ersparen kann. Die Hintermannschaft war gut, auch Kühnel scheint sich seine sogenannten "Drechsel-Mätzchen" abgewöhnt zu haben. | ||
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Aktuelle Version vom 25. Oktober 2023, 00:10 Uhr
Spielstatistik[Bearbeiten]
Dresdner SpVgg – Dresdner SC 0:1 (0:0)
Sonntag, 28. Oktober 1923, 14:00 Uhr
9. Spieltag 1a-Klasse Ostsachsen 1923/1924
Schiedsrichter: Kühnel (Brandenburg)
Dresdner SpVgg: Wellner - Kühnel, Dietze - Podlesny, Schubert I, Hofer - Rötschke, Biewusch, Rothe, Kaden, Schubert II
Dresdner SC: Godörkiewicz - Marx, Herzog - Seewald, Köhler, Berthold - Schrempel, Oschatz, Mantel, Kratzsch, Heinemann
Zuschauer: 3.000
Spielbericht[Bearbeiten]
Vor knapp 3.000 Zuschauern lieferten beide Mannschaften ein recht nettes Spiel, das zwar etwas temperamentvoll, aber trotzdem noch in anständiger Weise durchgeführt wurde, wozu nicht zuletzt der gute Schiedsrichter Kühnel (Brandenburg), mit dem zwar ein Teil der Zuschauer (sprich: Vereinsfanatiker) zuweilen nicht immer konform ging, beitrug. Während der DSC in stärkster Aufstellung - sogar durch den Rheinländer Mantel nicht unwesentlich verbessert - antrat, vermisste man bei den Platzbesitzern den verletzten Mehnert.
Trotz des orkanartigen Windes in der ersten Halbzeit, den die Spielvereinigung zum Bundesgenossen hatte, konnten sie diesen Vorteil dennoch nicht ausnutzen, obgleich dies allgemein erwartet wurde. Im Gegenteil, die Weinroten vermochten das Spiel während der ersten Halbzeit trotz dieses Handicaps nicht nur durch offenes Spiel auszugleichen, sondern waren zeitweise sogar überlegen. Erst gegen Schluss der ersten 45 Minuten tauten die Veilchen wieder etwas auf, vermochten die gute DSC-Hintermannschaft, in welcher sich der Torwächter trotz zeitweiser Unsicherheit und Nervosität glücklich aus der Affäre zog, nicht zu überwinden, sodass mit einem dem Spielverlauf nach verdienten 0:0-Resultat die Seiten gewechselt wurden.
Wenn nachdem auch der größte Teil der Zuschauer mit einem sicheren Siege des DSC rechnete, so sah man sich trotzdem in dieser Meinung getäuscht, denn die beiderseitige Umstellung der Mannschaft nach der Halbzeit brachte den Veilchen entschieden etwas mehr vom Spiel. Erst im letzten Drittel konnte der DSC mit recht viel Glück im Anschluss an einen Eckball durch Oschatz das einzige Tor des Tages erzielen, das der Torwächter des Platzbesitzers, trotzdem er sich richtig platzierte, nicht zu meistern vermochte. Trotz aller Anstrengung der Naußlitzer war ihnen der mehr als verdiente Ausgleich nicht vergönnt, da zu wenig und zu ungenau geschossen wurde.
Die glücklichere Partei hat das Spiel zu ihren Gunsten entschieden, zeigte aber nach den weniger guten Leistungen der Vorsonntage ein wesentlich besseres Spiel. Der beste Mann des Siegers war Oschatz, der ausgerechnet an seinem heutigen Verlobungstage und ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein ein Spiel zeigte, das an seine besten Zeiten erinnerte. Er bildete neben dem linken Flügelstürmer Schrempel, der sich endlich auch einmal wieder von seiner besten Seite zeigte, entschieden die gefährlichere Sturmseite als der etwas versagende rechte Flügel, auf welchem Heinemann wegen seiner Unbeholfenheit weniger angenehm auffiel. In der Halfreihe erfüllte Seewald schließlich nicht alle Erwartungen, während Köhler und Berthold die von ihnen gewohnte gute Spielweise erneut unter Beweis stellten. Die Hintermannschaft konnte bis auf einige Schnitzer bei Anfang des Spiel ebenfalls gefallen.
Die Veilchen kämpften auch heute wieder recht unglücklich. Sie hätten mindestens ein unentschiedenes Resultat verdient. Ihren besten Mann hatten sie, wie gewöhnlich, in Schubert I, dem die zeitweise Überlegenheit in der zweiten Halbzeit größtenteils zu verdanken war. Kaden zeigte heute auch im Gegensatz zu seinen letzten Spielen eine bessere Form, zögerte aber nach wie vor noch mit dem alles krönenden Torschuss. Hätten die Naußlitzer in der ersten Halbzeit etwas glücklicher gespielt und mehr Torschüsse riskiert, so wäre das Resultat vielleicht ein anderes geworden. Die beiden Außenhalfs waren heute auch nicht in gerade blendender Verfassung, ein Tadel, den man schließlich auch dem rechten Flügelstürmer Schubert II, der in den letzten Spielen merklich abbaute, nicht ersparen kann. Die Hintermannschaft war gut, auch Kühnel scheint sich seine sogenannten "Drechsel-Mätzchen" abgewöhnt zu haben.